Das Seemannshus in Vitte – Eine Geschichte auf der schönen Insel Hiddensee

Das Gästehaus und Restaurant wird vom Ehepaar Christian und Annina Knuth betrieben. Die beiden gelernten Hotelfachleute übernahmen das Seemannshus im Februar 2017. Zu diesem Zeitpunkt gehörte es noch zur Hafenresidenz in Stralsund, wo Annina und Christian bis dato lebten und arbeiteten. Als das Angebot kam, nach Hiddensee zu gehen und das Seemannshus zu übernehmen, fiel den Eltern eines damals 1 Jahr alten Kindes die Entscheidung sehr leicht.

In den Räumen des heutigen Seemannshus eröffneten bereits Anninas Eltern und Großeltern im Jahr 1997 das „Sanddorneck“ in dem die Tochter der Gastronomen aufwuchs. Die Familie stammt von der Hiddensee, daher ist sie auch stark mit der Insel verwurzelt.

Im „Sanddorneck“ machte nicht nur Annina ihre ersten gastronomischen Schritte, auch Christian – damals noch ihr Freund, kam in den Schulferien aus Berlin nach Hiddensee, um den Sommer auf der Insel zu verbringen und ein wenig Geld dazu zuverdienen. Im Restaurant wurden alle Familienfeiern abgehalten, Taufen, Anninas Konfirmation, Abschlussfeiern und natürlich auch der beiden Verliebten.

Das Paar zog gemeinsam nach Stralsund und arbeitete in verschiedenen Stationen, Christian machte einen kurzen Ausflug in die Systemgastronomie, begann Rezeptionsdienst in einem 4-Sterne-Hotel, war Service-Kraft in einem Restaurant am Alten Markt und schaffte es bis zum Leiter einer urigen Kellerkneipe. Als die frohe Botschaft des baldigen Vaterwerdens ihn erreichte, wechselte Christian zu seiner letzten Station in Stralsund und nahm die Stelle als Restaurantleiter eines großen Hafenrestaurants an. Jede einzelne der vielen wichtigen Stationen war für den jungen Hotelfachmann sehr wertvoll.

Das Angebot das Seemannshus zu übernehmen kam zum richtigen Zeitpunkt. Das Ehepaar zögerte nicht, verkaufte ihre 100qm Altbauwohnung in Stralsund, packte Kind und Kegel zusammen und zog in die kleine 30qm Betriebswohnung, um sich den Traum im Seemannshus zu arbeiten zu erfüllen. Und diesen Traum lebte die Familie jeden Tag voller Leidenschaft bis sie sich nach über 2 Jahren mit der Seemannshus-Hiddensee UG selbständig machten – der nächste Meilenstein war erreicht.

Das kleine, feine Gästehaus mit den 5 individuellen Doppelzimmern befindet sich im Herzen von Vitte, an einer der schmalsten Stelle der wunderschönen Insel. Familie Knuth schafft eine persönliche, gemütliche Atmosphäre, die dabei nicht altbacken wirkt. Jeder Gast wird persönlich begrüßt, oft werden Gespräche beim entspannten Frühstück geführt, die Gäste lehnen sich beim Abendessen genüsslich zurück und genießen eines der frisch zubereiteten Gerichte. Sehr zu empfehlen sind neben den Fischspezialitäten die ausgefallenen, leckeren Flammkuchen.

Eine Wohlfühlort für Urlauber – das ist das Seemannshus! Dabei wurde es anfangs belächelt sogar kritisch betrachtet. In der ersten Saison zogen noch einige Touristen an der Terrasse mit dem Satz vorbei: „Das ist das Seemannshus – da geh mal lieber vorbei!“. Annina und Christian hatten und haben also einiges zu tun. Es musste ein bisschen frischer Wind wehen. Dazu gehörte natürlich auch frischer Fisch von den Hiddenseer Fischern. Also – immer je nach Angebot der Fischer – Hering, Hornfisch, Aal, Flunder, Barsch oder Hecht aus der Ostsee. Und eine ganz wichtige Zutat zog ins stolze Seemanshus ein – Herz mit Leidenschaft.

Jedoch ist zu beachten, dass der Alltag auf einer so kleinen, autofreien Insel eine Besonderheit ist. Nicht nur in Corona-Zeiten, sondern auch in allen anderen normalen und außergewöhnlichen Situationen des Lebens, sind die Herausforderungen groß. Bei nur einem großen Supermarkt, einem praktizierenden Allgemeinmediziner, das Fehlen von Apotheke, Theater, Museum oder anderen Einrichtungen leben die Hiddenseer gemütlich. Sie haben eine wesentlich besser ausgestattete Hausapotheke, kochen in den meisten Fällen gerne und gut, bevorraten sich von Hause aus und mögen das Dasein im eigenen Haus und Garten. Es konnte ja niemand ahnen, dass die Winterzeit im Frühjahr 2020 um einige Wochen verlängert würde. Auf der nun noch einsameren Insel gingen die Insulaner am Strand spazieren, mussten nicht hamstern, sodass der Edeka zu jeder Zeit gut ausgestattet war, und blieben eben zu Hause. Es stimmt ein wenig traurig, dass die geliebten Inselfeste in diesem Jahr wahrscheinlich nicht stattfinden werden. Diverse Lagerfeuer, Tanz in den Mai, Tag der offenen Tür der Seenotretter und Feuerwehren und auch zur Krönung die Feier zur Segelregatta „Blaues Band“, fehlen und werden den Inselbewohnern sehr fehlen.

Letztendlich sind jetzt alle sehr froh, dass Hiddensee so langsam wieder Gäste empfangen darf. Seit kurzer sind einige Restaurants wieder geöffnet, Pensionen und Hotel bringen ihre Gäste unter und „Fremde“ richten sich in einigen Ferienwohnungen ein. So abgelegen die Insel auch ist und so gut die Winterzeit auch sein kann, es braucht die Touristen, um zu überleben. Ohne Gäste funktioniert das „Söte Lanneken“ einfach nicht. Nun kommen Sie aber wieder, bewegen sich entspannt auf der Insel, besuchen Restaurants und entfliehen dem hektischen und so durch Coronabestimmten Alltag. Natürlich muss auch hier Abstand gehalten werden. Natürlich tragen hier die Menschen individuelle Masken. Dadurch schützen sie nicht nur sich, ihre Mitmenschen und das Personal, auch eine der beliebtesten und schönsten Orte Deutschlands muss erhalten und beschützt werden!

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