Und die Welt steht still – Die Kunst, weiterzumachen

Zuerst war es für uns ein Schock als die Ministerpräsidentin von MV Manuela Schwesig am 17.März 2020 verkündete, dass „alle nicht systemrelevanten Geschäfte geschlossen werden müssen“.

Trotz allem Verständis für die dringende Notwendigkeit der beschlossenen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit waren wir fassungslos, wussten nicht weiter. Tränen flossen.

Da war einerseits unsere große Sorge um das Geschäft – jeden Tag keine Möglichkeit, etwas zu verkaufen und Kunden zu bedienen, keine Möglichkeit, unsere besonderen künstlerischen Waren überhaupt erstmal zu präsentieren und jemandem anzubieten. Dies bedeutete in der Folge, keine Einnahmen zu erzielen, um die laufenden Kosten zu tragen. Hinzu kam die große Ungewissheit über die Dauer der Krise mit den einschneidenden Maßnahmen. Wir stellten uns große Fragen – Wie lange werden diese Einschränkungen bestehen? Wie stark wird es unser Geschäft schädigen? Können wir das überhaupt überleben?

Andererseits bewegten uns die Nachrichten zu der Viruserkrankung mit den Zahlen der vielen schwer kranken Menschen und auch den vielen Verstorbenen. Wir hatten dabei natürlich auch große Sorge um unsere Familien und die geliebten Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen und Alter zur Risikogruppe gehören. Uns bewegte auch die Sorge, selbst infiziert zu werden und das Virus weiter zu verbreiten.

Wir mussten dann die schwere Entscheidung treffen und die geplante und mit Spannung erwartete Ausstellung mit dem befreundeten Maler Eugen Kunkel und der Schmuckkünstlerin Gabriele Kirkamm absagen. Die Einladungskarten waren frisch gedruckt, die Vorbereitungen zu Transport und Aufbau liefen. Dennoch war es im Interesse der Künstler unumgänglich, die Ausstellung und Vernissage auf das nächste Jahr zu verschieben. Es bliebe nur wenig Zeit, um die besonderen Arbeiten zu zeigen und aufgrund der Corona- Auflagen würden die Ausstellung und die Vernissage wahrscheinlich nur wenige Menschen sehen.

Wir stellten uns die Frage, was können wir machen? Wie können wir Einnahmen generieren, um die  laufenden Kosten zu decken und die Verluste auf unserem Geschäftskonto zu verringern? Nach einer ersten Phase der Hilflosigkeit, der Besorgnis und Ratlosigkeit folgte nun eine Phase der Aktivität, mit dem Willen und der Haltung, nicht aufzugeben und weiterzumachen.

Zuerst galt es noch, bestehende Aufträge abzuarbeiten sowie die Suche und Beantragung von Hilfsgeldern anzugehen. Wir haben für unser Geschäft auch gleich einen Antrag auf Soforthilfe beim Landesförderinstitut gestellt und hoffen auf diese wichtige finanzielle Unterstützung, um wenigstens die monatliche Miete und Betriebskosten zahlen zu können. Bisher haben wir noch keine Rückmeldung oder Bescheid erhalten. Hoffen darauf aber sehr – aus unserem unternehmerischen Umfeld haben wir bereits Meldungen, dass Geld geflossen ist – das verleiht uns Zuversicht.

Wir hatten aber auch das Gefühl und spürten die Notwendigkeit, weiter als Galerie sichtbar zu sein, weiterhin ein Sprachrohr für die Künstler und ihre Arbeiten zu bilden und gerade in dieser für jeden Einzelnen und die Gesellschaft schwierigen Zeit, Kunst und Kultur als positiven Wert und Erfahrungsraum zu vermitteln. Wir entschieden uns, die vielfältigen Arbeiten unserer Künstler und die besonderen Designstücke verstärkt in den sozialen Medien wie Instagram und Facebook (Links dazu siehe unten) zu präsentieren. Viele Menschen likten und verbreiteten die Beiträge, wir erhielten so neue Follower, viel positives Feedback und ein größeres Publikum. 

Im Internet taten sich darüber hinaus neue Plattformen und Netzwerke auf, die Firmen und Initiativen vorstellen, die Liefer- oder Abholservice anbieten – so nun auch unsere Galerie. Hier haben wir von vielen Seiten Unterstützung, Hilfsbereitschaft und kostenlose Angebote erfahren, die uns Mut machen. Wir merken dabei, wir sind nicht allein – viele haben gleiche oder größere Sorgen – wir sitzen alle im selben Boot. Wichtig war für uns auch die Erfahrung, trotz Schließung täglich in der Galerie anwesend zu sein, um Anrufe und Mails zu beantworten, Kundenanfragen und Aufträge zu bearbeiten, Abholungen und Lieferungen zu organisieren.

Einige Produkte konnten wir durch die Sichtbarkeit im Internet oder in unseren Schaufenster der Galerie verkaufen. Dennoch ersetzen die Verkäufe den weggebrochenen Umsatz nur in begrenztem Maß, vermutlich haben viele Menschen verständlicherweise andere Sorgen. Auch ist die Anmutung und ästhetische Wirkung eines Kunstwerkes sehr vielschichtig und lässt sich nur begrenzt in einem Foto auf einem kleinen Handy-Display vermitteln. Wir haben aber auch die Hoffnung, dass viele der neuen Interessenten später in die wiedereröffnete Galerie schauen.

Wenn wir wieder öffnen dürfen, werden wir erst einmal Arbeiten aus unserem Bestand zeigen – eine bunte Mischung – und dabei alle KünstlerInnen präsentieren und die Vielfalt der Kunst sichtbar machen und feiern. Wir werden frische Arbeiten unserer Keramik-Künstlerinnen abholen und vorstellen, die Lust auf Neues machen.

Und wir hoffen dann auf die Unterstützung von Seiten aller Kunden und Interessierten, um auch die folgenden Monate zu überstehen, damit wir weiterhin das machen können, was wir lieben: Mit Kunst das Leben einfach schöner machen!

Homepage: www.neuegreifengalerie.de

Facebook: https://www.facebook.com/596366123844599/posts/16411686745979193

Instagram: https://instagram.com/neue_greifen_galerie?igshid=8whtzwwje41y

Login